Cartus – Das Senioren Netz

Senioren und die Karten des Lebens

Und plötzlich ist er nicht mehr da!

Ohne jede Vorwarnung, ohne Anzeichen, ohne Worte. So oder ähnlich schlägt das Schicksal manchmal zu und nimmt uns einen geliebten Menschen. Vater, Mutter,Die Ehefrau, den Ehemann, Oma oder Opa. Manchmal auch die eigenen Kinder. Wie gehen wir dann aber am besten mit seiner Trauer um und was bedeutet Trauer eigentlich?

Unser ganzes Leben lang verbringen wir mit Menschen, die uns lieben und die wir selbst auch lieben. Sie sind da, wenn wir unsere ersten Schritte tun, wenn wir versuchen die ersten Worte von  uns zu geben. Und sie begleiten uns am ersten Schultag. Sie erleben mit uns die schönen Seiten des Lebens und helfen uns in schwierigen Zeiten mit ihren Erfahrungen.

Und dann eines Tages sind sie einfach nicht mehr da!

Wir können unseren Vater oder unsere Mutter nicht mehr anrufen und nach einem guten Rat fragen. Niemals mehr werden wir sie lachen sehen.

Es wird kein gemeinsames Weihnachten mehr geben. Keine gemeinsamen Familienausflüge und Familienessen.

Und wir sind allein. Allein mit unserer Trauer, unserer Wut, unseren Ängsten!

Psychologen unterteilen die Trauerbewältigung in 4 Phasen.

Die 4 Phasen der Trauer

Die erste Phase: Verleumdung und Schock!

Mit Erhalt der Todesnachricht, befinden wir uns meist in einem Schockzustand. Gelähmt und weit weg von der Realität vernehmen wir die Worte. Es scheint unwahr und absurd, dass in Teil unseres Leben einfach nicht mehr da sein soll. Wir wollen und können den Umstand nicht akzeptieren. Unter Mühen und wie ferngesteuert, erledigen wir die oft lästigen Aufgaben der Organisation der Beerdigung.

Diese erste Phase kann von Minuten über Monate andauern. Danach erfolgt die

Zweite Phase: Gefühlsausbrüche!

Diese Phase kann bis zu 2 Jahre dauern und lässt uns in die komplette Gefühlswelt eintauchen. Angefangen von Hilflosigkeit, über Wut, Verzweiflung bis hin zu Angst und Einsamkeit.

Es folgt die

Dritte Phase: Neuorientierung!

Langsam fangen wir an zu begreifen und zu realisieren, dass ein für uns geliebter Mensch nicht mehr da ist. Und nach und nach kehren wir in unseren Alltag und zu alten Gewohnheiten zurück. Wir denken viel über den               Verstorbenen und dessen positiven aber auch negativen Eigenschaften nach.

An manchen besonderen Tagen, wie Geburtstag oder auch Hochzeitstag werden wir wieder sentimental und es besteht die Gefahr in Phase 2 zurück zu fallen.

Vierte Phase: Aufbruch in einen neuen Lebensabschnitt

Wir beginnen wieder zu leben. Neue Aufgaben und Herausforderungen warten auf uns. Ohne den verlorenen Menschen ganz zu vergessen und mit immer noch gegenwärtiger Melancholie stellen wir uns nun dem Leben und sehen nach vorn.

Manchmal jedoch ist die Trauer um einen geliebten Menschen so stark und intensiv, dass wir uns nicht alleine aus diesem tiefen, schwarzen Loch heraus helfen können. Und dann ist es Zeit sich professionelle Hilfe zu                suchen. Die Möglich der Trauerbewältigung in einer Therapie kann dann für uns sehr hilfreich sein und uns neue Wege in ein anderes Leben aufzeigen.

Jedem von uns sollte jedoch klar sein, dass eine unterdrückte oder nicht ausgelebte Trauer spätere Folgen haben kann. Aber auch jeder muss für sich ganz alleine einen Weg finden, wie und wann und wo er trauern möchte.

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