Volkskrankheit Depression

Fünf Prozent der deutschen Bevölkerung leiden unter Depressionen. Depression ist ein Zustand, der mit körperlichen und psychischen Störungen einhergeht. Die Betroffenen sind niedergeschlagen, leiden an Schlafstörungen, Antriebslosigkeit und gelegentlich an Verdauungsstörungen. Wie gefährlich diese Krankheit aber ist, wissen nur die Wenigsten. Und welche Gesichter und Folgen Depressionen haben können, zeigt dieser Artikel.

Mal schlecht drauf zu sein oder einfach mal einen schlechten Tag zu haben, sind noch keine Anzeichen für eine Depression. In der Medizin werden 4 verschieden Formen der Depressionen unterschieden.

  1. Unipolare Depression – das Wort unipolare bedeutet einpolig. Unter der unipolaren Depression versteht man, eine depressive Verstimmung des Patienten, ohne eine manische Phase. Typisch für diese Form ist das Morgentief, gezeichnet durch frühes Aufwachen und Schlafstörungen in der zweiten Nachthälfte,  gefolgt von Niedergeschlagenheit.
  2. Biopolare affektive Störung – Diese Form zeichnet sich durch depressive und manische Phasen aus. In der Manie wird der Patient von einemübersteigertem Selbstverständnis dominiert. Die Folge daraus ist eine Überschätzung der eigenen Fähigkeiten.
  3. Bei der Dysthymie sind die depressiven Symptome weniger stark vorhanden. Das gefährlicher an dieser Art der Depression ist ihr Beginn schon im Jugendalter und der chronische Verlauf über weitere Lebensabschnitte. Die Zyklothymie kommt es hingegen zu ausgeprägten manischen und depressiven Phasen.
  4. Winterdepression-von dieser Art Depression spricht man, wenn die Symptome regelmäßig im Herbst oder Winter auftreten und im Frühjahr wieder vergehen. Diese Art der Depression dauert im Durchschnitt fünf bis sechs Monate.  Ein typisches Anzeichen ist die Energielosigkeit.

Vor einigen Jahren noch galt die Depression als reine Frauenkrankheit. Mit diesem Vorurteil wurde aber nun schon seitens der Mediziner aufgeräumt. Auch immer mehr Männer sind betroffen. Und die Krankheit macht auch vor Kindern und Jugendlichen nicht halt.

Die Ursachen einer Depression

Die genauen Ursachen einer depressiven Verstimmung sind bis heute noch relativ unbekannt. Mediziner wissen aber heute, dass mehrere innere und äußere Einflüsse zusammen kommen müssen, um eine Depression auslösen zu können. Aber auch Veranlagung und psychosozial Aspekte spielen eine große Rolle. Nach einer Hypothese zufolge ist der Hirnstoffwechsel bei einer Depression gestört. Verschiedene Botenstoffe geraten aus der Balance und stören so den Informationsaustausch. Das wiederrum schlägt sich auf Gefühle und Gedanken nieder. Zum Anderen kann aber auch eine Fehlregulation der Stresshormone Ursache einer Depression sein.

Fest steht jedoch, dass psychische Belastungen und Konflikte zum Ausbruch einer Depression beitragen können. Aber auch schwere oder chronische Erkrankungen können eine Depression begünstigen. Gehirnerkrankungen oder Hormonstörungen beeinflussen unsere Gefühlswelt stark. Medikamente gehören nach Annahme von Medizinern auch zu einem Ursachenfaktor für eine depressive Verstimmung.

Leide ich an einer Depression?

Nicht jeder, der einmal über einen längeren Zeitraum niedergeschlagen ist, muss gleich Angst haben an einer Depression zu leiden. Eine normale Stimmungsschwankung lässt sich von einer Depression klar abgrenzen. Eine Depression ist oft für den Betroffenen und auch den Angehörigen unerklärlich.

Die wichtigsten Anzeichen einer Depression sind:

* eine gedrückte Stimmung, vor allem morgens

* fehlendes Interesse und Freude an Aktivitäten oder Vergnügen

* Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust

* Schlafstörungen

* quälenden Unruhe oder ständiger Rückzug

* gehemmtes Denken und Handeln, Schwierigkeiten bei der Konzentration

* verringertes Sexualleben

* geringes Selbstbewusstsein, Schuldgefühle

* Verarmungs-Ängste

* Suizidgedanken und –versuche

Sollten mehrere dieser Symptome auftreten, empfiehlt es sich schnellstmöglich einen Arzt zu konsultieren. Denn dieser kann anhand von verschieden und speziellen Tests eine Depression feststellen und auch deren Schweregrad abschätzen, um so mit der bestmöglichsten Behandlung beginnen zu können. Meist werden Depressionen mit leichten Medikamenten oder Therapien behandelt. In mittel bis schweren Fällen kommen der Einsatz von Antidepressiva oder auch die stationäre Behandlung in Frage.

Die meisten Menschen, die an einer Depression leiden können durch die heutige Medizin und dem Zusammenspiel zwischen Arzt und Therapeuten in naher Zukunft wieder ein normales Leben führen. Eine Langzeitbehandlung beugt möglichen Rückfällen vor. Eine spezielle Internetseite beschäftigt sich ausschließlich mit dem Thema Depressionen.

One Response to “Volkskrankheit Depression”

  1.    Cora Says:

    Wer sich eingehender mit dem Thema manische depression (Nr. 2 der obigen Liste) befassen möchte, dem empfehle ich die Lektüre “Manisch Depressiv Ein Mann sieht rot” von Jürgen Wirth. Anhand von autobiografischen Romanen kann man die Krankheit von Angehörigen besser nachvollziehen. Ich jedenfalls habe beim Lesen immer wieder gestaunt wie klar mir plötzlich einige Dinge wurden.

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